Teilzeitstudium: die Lösung für den Lebens-Spagat

Leider vermag ich nicht zu beurteilen, ob die berufliche Teilzeit zeitgleich mit dem Teilzeitstudium einher kam. Erfunden, entwickelt und implementiert wurde das Studium in Teilzeit jedoch aufgrund des überaus großen Bedarfs. Nach der Schule war ausreichend Zeit sich zu orientieren, vielleicht umzuziehen und ein Studium zu beginnen. Trotzdem gab und gibt es vor allem heute einen sehr großen Bedarf bei vielen anderen Menschen, die gerne ein Studium in Angriff nehmen wollen.

Was genau versteht man unter einem Teilzeitstudium?

Es ist genau so simpel wie das Wort es vermuten lässt: es handelt sich um ein Studium, dass nicht in Vollzeit absolviert wird. Teilzeit kann dabei alles sein. Ob du nun 5 Stunden pro Woche aufbringen kannst oder 30 Stunden – es ist beides Teilzeit. Oftmals wird das Studium in Teilzeit gerne als berufsbegleitend oder berufsintegriert organisiert.

Beim berufsbegleitenden Studium gehst du deiner Beschäftigung noch in vollem oder auch bereits eingeschränkten Umfang nach. Das bedeutet, dass dein Haushalt weiterhin ein Einkommen aus einem Arbeitsverhältnis hat und nicht auf Bafög oder andere Finanzierungsmethoden angewiesen ist. Gleichzeitig wird außerhalb der Arbeitszeiten das Studium aufgenommen und angegangen. Der Aufwand richtet sich dabei nach den Möglichkeiten des Einzelnen.

Das berufsintegrierte Studium wechselt dabei in Themenblöcken. Beispielsweise kann von montags bis mittwoches im Büro gearbeitet werden und donnerstags bis samstags dann an den Studieninhalten.

Die Inhalte sind dabei vollkommen deckungsgleich. Der Begriff „Teilzeit“ beschränkt sich dabei auf die Regelstudienzeit beziehungsweise die hierfür notwendigen, einzusetzenden Arbeitsstunden. Geht man bei einem Vollzeit-Studium von exemplarisch 40 Wochenstunden aus, wäre alles darunter liegende in die Begrifflichkeit „Teilzeit“ ein zu kategorisieren. Wer also 38 Wochenstunden in seinem Job arbeitet und jeden Tag 1-2 Stunden sowie am Samstag 4-5 Stunden für ein Studium aufwendet, studiert mit 9 – 15 Stunden in Teilzeit.

Was sind die Vorteile eine Teilzeitstudiums?

Hier ist vor allem die freie Zeiteinteilung zu nennen. Normaler Weise ist der Anteil von Präsenztagen auf die Prüfungen beschränkt, so dass die Aufnahme der Inhalte vollständig so gestaltet werden kann, wie es einem beliebt. Besonders mit Kindern ist der Tag einerseits gut ausgefüllt und andererseits eine Vorhersehbarkeit sehr eingeschränkt. Hier flexibel die Zeiten so legen so zu können, wie man gerade mag ist ein großer Vorteil.

Als zweiter riesiger Vorteil ist die Verfügbarkeit von Wissen zu nennen. Während es vor einigen Jahrzehnten noch so war, dass die Inhalte eines Studiums vor allem Hochschulabsolventen zur Verfügung standen, gibt es heute auch viele freie Anbieter, die sich darauf spezialisiert haben die Kurse für Nicht-Abiturienten zu entwickeln. Das bedeutet nicht, dass die Kurse deswegen einfacher oder anders sind. Vielmehr geht es bei der Entwicklung darum das Wissen in anderen Formen anzubieten und es damit den Menschen zur Verfügung zu stellen, die tagsüber einer Beschäftigung nachgehen oder aus anderweitigen Gründen keinerlei Chance haben die Hochschule zu besuchen.

Die Flexibilität eines Teilzeitstudiums ist als dritter Vorteil zu nennen. Damit ist vor allem gemeint, dass bei Einschreibung in ein Studium in Teilzeit nicht zwingend darauf hingearbeitet wird den Abschluss zu erlangen. Natürlich ist dies oftmals die Motivation des Studenten, aber auch die Belegung einzelner Qualifikationsscheine kann durchaus interessant sein. Wer beispielsweise nicht den gesamten Studiengang „Volkswirtschaftslehre“ belegen möchte, hat über die einzelnen Module die Möglichkeit sich die relevanten Wissensbereich heraus zu suchen. So kann das Teilzeitstudium auch jederzeit pausiert oder abgebrochen werden, mit der Möglichkeit dort später wieder einsteigen zu können.

Gibt es auch Nachteile?

Es gibt den schönen Spruch „Wer will, der kann“ – und ich bin mir sehr sicher, dass es auch so ist. Nichts destotrotz hat auch ein Teilzeitstudium entsprechende Nachteile. Aus meiner Sicht sind diese jedoch vorab bekannt und nur von zeitlich begrenzter Dauer.

Die Kosten für ein Teilzeitstudium sind zwar niedriger als für ein volles Studium, aber dennoch nicht außer Acht zu lassen. 500 bis 1.000 € sollten dafür mindestens eingeplant werden. Abhängig vom Studiengang und vom Anbieter kann dies jedoch auch weitaus höher ausfallen.

Selbstdisziplin ist im Studium der Schlüssel zum Erfolg. Eine genaue Planung und die strikte Einhaltung des Plans sind notwendig, um über den Zeitraum die Inhalte zu erlernen. Das die Zeit für bestimmte Bereich im Leben fehlt solltest du unbedingt bedenken.

Fehlende Hilfestellung kann durchaus ein Problem sein. Durch die Bank bieten alle Anbieter Sprechstunden, Online-Trainings oder auch Telefonate an. Hier den „inneren Schweinehund“ zu überwinden kostet viel Kraft, ist aber einerseits empfehlenswert als Erfahrung und andererseits fördert es die Kreativität der Problemlösung.

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