Gibt es das Recht auf einen Studienplatz?

studienplatz-einklagenImmer mehr Schüler beenden ihre schulische Laufbahn mit dem Abitur. Der Wunsch nach einem Studium ist heute so groß wie nie zuvor. Doch viele Studenten in spe sind frustriert über die langen Wartezeiten für den favorisierten Studienplatz und streben deshalb Klagen an.

Doch wie viel Erfolgsaussichten hat solch ein Gang vor Gericht?

Das Bildungssystem in der Zwickmühle

Die Universitäten sehen sich zurzeit einem regelrechten Ansturm auf die Hörsäle ausgesetzt. Während die Zahl der Studenten stetig steigt, bleiben die Zahlen der offiziellen Studienplätze in vielen Fachrichtungen seit Jahrzehnten konstant. Zulassungsbeschränkungen wie der NC sollen eigentlich dazu dienen Bewerber nach Alternativen zum Studium suchen zu lassen. Durch den erhöhten Stellenwert der Bildung in der Gesellschaft ist eine Klage jedoch der letzte Strohhalm, um doch noch zeitnah einen Studienplatz zu ergattern.

Voraussetzungen für eine Klage

Gegen die zentrale Vergabestelle zu klagen erweist sich als praktisch aussichtslos. Chancen auf eine erfolgreiche Klage bieten sich nur, wenn man die betreffende Universität direkt verklagt. Dafür müssen Sie sich zuerst bei der Uni oder Fachhochschule um einen Studienplatz bewerben. Wenn Sie schlussendlich einen negativen Bescheid erhalten, können Sie mit oder ohne anwaltliche Unterstützung gegen diese Ablehnung vorgehen. Ausgangspunkt dieser Klagen ist immer die Frage, ob die von der Uni ausgegebenen Studienplätze auch wirklich der möglichen Kapazität entsprechen.

Sollte das Gericht zu der Entscheidung kommen, das dies der Fall ist, werden in der Regel weitere Studienplätze zur Verfügung gestellt. Da jedoch immer mehr diesen Weg beschreiten, werden die Plätze unter den Klägern per Losverfahren ermittelt. Selbst bei erfolgreichem Urteil können Sie am Ende also doch ohne Studienplatz dastehen.

Erfolgsaussichten und Kosten bedenken

Den Studienplatz einklagen birgt durchaus ein finanzielles Risiko. Viele Hochschulen kalkulieren ihre Studienplätze bereits am oberen Limit und können dies auch gerichtlich beweisen. Dann bezahlen Sie oft neben den Kosten für den eigenen Anwalt und den Gerichtskosten, ebenfalls das Honorar der gegnerischen Anwälte. Diese Kosten steigern sich noch, wenn dem normalen Verfahren ein Eilverfahren anhängig war, welches die Kosten verdoppelt. Anwälte, die sich auf die Klagen gegen Hochschulen spezialisiert haben bieten jedoch nicht selten ein Honorar auf Erfolgsbasis an. Dieses wird allerdings auch fällig, falls es zu einem Losverfahren kommt oder ein Vergleich mit der Uni stattfindet.

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Bild von eriwst via flickr.com

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