Was Sie von Griechenland lernen können

Griechenland ist in Europa doch mittlerweile ein recht heikles Thema. Jeder spricht von einem Pleite-Staat und jeder hat Angst darum, dass seine geliebten Steuergelder einem Land wie Griechenland zur Verfügung gestellt werden. Dabei Griechenland einfach nur ein Staat der EU wie jeder andere auch, der allerdings finanziell in Schieflage geraten ist.

Pleite bedeutet nicht, dass alles schlecht ist

Natürlich ist eine Staatspleite nichts Schönes und Griechenland hat latent immer noch die Gefahr dass diese noch nicht vollständig abgewendet ist. Dennoch haben solche Pleite-Ereignisse auch immer wieder einen großen Vorteil: es ist wie ein reinigendes Gewitter! Es kracht ordentlich, dem ein oder andere steht das Wasser bis zum Hals, aber jeder hat die Chance gut aus der Sache raus zu kommen. Es geschieht eine Rückbesinnung auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben.

Untersuchungen haben ergeben, dass der Staatsapparat teilweise korrupt war und nicht sauber gearbeitet hat. Wen wundert das wirklich? Möchte man es hier auf die Spitze treiben ist es doch auch in vielen anderen Ländern so. Vielleicht nennt man es dann hierzulande Service-Pauschale, die entrichtet werden muss, damit das Kennzeichen schneller geliefert wird oder sonstige Dinge. In letzter Konsequenz ist aber ebenfalls ein Weg der Beschleunigung an allen anderen vorbei zum Vorteil einer bestimmten Person oder Institution.

Was wir über die EU lernen können am Beispiel Griechenland

Der Beginn der griechischen Finanzkrise vor einigen Jahren hat den ersten ernsthaften Fall einer drohenden Staatspleite in der Geschichte der EU gefordert. Die EU als Staatenbund unabhängiger Staaten hat sich in ihren Statuen zu einem gemeinschaftlichen und solidarischen Handeln verpflichtet und genauso gehandelt. Viele haben damals aufgeschrien, vor allem populistische Stimmen. Geldverschwendung, Austritt aus der EU, Schuldenschnitt zu Lasten der Steuerzahler – und wie die Parolen alle noch geheißen haben mögen. Was davon ist mit dem heutigen Stand eingetreten?

In einem Artikel über die aktuelle griechische Situation auf CMC Markets von 2015 beschreibt der Verfasser die Situation sehr umfangreich. Vor allem aber werden die komplexen Zusammenhänge der griechischen Volkswirtschaft mit der Handelszone der Europäischen Union klarer sowie der Einfluss auf die gesamte Weltwirtschaft. Unser Handel ist nicht mehr protektionistisch und einseitig, wie der ein oder andere es sich wünschen mag. Vielmehr ist es ein riesiges Netzwerk aus vielen verschiedenen Handelspartnern, die auf der ganzen Welt verteilt sind.

Und was ist aus Griechenland heute geworden?

Wie es zu erwarten stand hat es ordentlich gewittert im griechischen Staatsapparat. Aber gleichermaßen hat es auch im europäischen Raum deftig geknallt und die Fronten sind mehr als einmal aneinander geraten. Die griechische Volkswirtschaft jedoch hat seit ihrem Tiefpunkt Ende 2015 bei ungefähr 440 Indexpunkten des Athen Index Composite bis heute eine Verdopplung mitgemacht. Stand September 2017 steht der Athex Composite bei rund 810 Indexpunkten.

Geschichtlich betrachtet werden solche Ereignisse immer wieder passieren. Kurzfristig wird es dabei auch erneut zu großen Verlusten und Pleiten kommen. Aus der langfristigen Sicht jedoch trägt diese Pleite zu einem sich selbst reinigenden Prozess bei, der den maroden Staatsapparat modernisiert und besser aufstellt also vorher. Griechenland ist hierfür ein gutes Beispiel in der Geschichte der noch jungen Europäischen Union. Es bleibt abzuwarten wo der Index, dessen Hochpunkt einmal bei ungefähr 1.300 Punkten lang in 5 oder 10 Jahren stehen wird.

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