Kann Lernen einen Heidenspaß machen?

Prof. Dr.-Ing. Maic Masuch von der Universität Duisburg-Essen behauptet: Ja! Digitale Lernspiele stünden den Kassenschlagern auf dem PC-Spiele-Markt in nichts nach, wären wir nur bereit, ebenso viel dafür auszugeben. Im Video-Interview mit vi-Lexikon.de verrät der Fachmann für angewandte Kognitionswissenschaften, welche Ingredienzen in ein attraktives Computerspiel gehören.

Es mag erstaunen, aber Masuch macht hier zunächst keinen Unterschied – jedes Spiel ist von Natur aus Lernumgebung: Jedes Spiel muss mechanisch erschlossen werden, es vermittelt Regeln und Aufgaben und verlangt vom Spieler, eine Gewinnstrategie zu entwickeln. Die Frage sei nur, wie viel vom Gelernten mit in die reale Welt hinüber genommen werden könne und solle, so der Medieninformatiker.

Dieses gewünschte Transferpaket zu schnüren und so zu verpacken, dass die Zielgruppe gerne zugreife, mache ein gutes Lernspiel so teuer, teurer noch als die populären Computerspiele. Diese basierten üblicherweise auf drei Säulen: a) dem Game-Design, das für Spielmechanik und die Story selbst verantwortlich sei b) dem Art-Bereich, der Grafiken, Sound, Atmosphäre und Look&Feel produziere und c) auf der Programmierung an sich. Bei einem Qualitätslernspiel müssten zusätzlich Expertise aus der Domaine des Wissensbereiches und pädagogisches Wissen eingebracht werden. „Wer ein Feuerwehr-Lernspiel entwickeln will, muss mit Feuerwehrleuten reden, für ein Mathespiel muss ich mich mit Mathematikern unterhalten“, sagt Masuch und betont, wie sehr es darauf ankommt, die richtige Balance zwischen Spielspaß und Wissensvermittlung zu finden. Mit den bisherigen Etats seien gute Lernspiele nicht zu projektieren. „In Deutschland herrscht noch die Mentalität vor, dass Bildung nicht viel kosten darf. Man ist schon bereit, für Entertainment-Produkte 60 Euro auszugeben, aber für ein Lernspiel dürfen es nicht mehr als 15,99 Euro sein.“ Deshalb werde es wohl noch eine Weile dauern, bis die pädagogische Absicht den Spaß nicht mehr verderbe, so Masuch sinngemäß. Als Beispiel für ein gelungenes „serious game“ nennt der Essener Wissenschaftler „Re-Mission“, das krebskranken Kindern in Ego-Shooter-Manier Wissen und Verhaltensweisen vermittele, mit denen sie gegen ihre Krankheit ankämpfen können.

Das Interview mit Prof. Masuch wurde beim letztjährigen „Digital learning“-Kongress im Literaturhaus München aufgezeichnet. Auch bei der Folgeveranstaltung am 20. Mai 2010 an gleichem Ort werden Videospiele im pädagogischen Umfeld ein Thema sein. Das ausführliche Programm ist zu finden unter www.m-mba.de/index.php?content=seminar&page=1&nr=71. Die Video-O-Töne von Prof. Masuch stehen unter der Adresse www.vi-Lexikon.de (Rubrik ‚Digitales Lernen‘) zum Abruf bereit.

Das Internet-Nachschlagewerk vi-Lexikon.de wird von der TV-Produktionsgesellschaft Media Van unterstützt. Derzeit stehen mehr als 300 Videos von Fachleuten aus unterschiedlichen Themenbereichen zur Auswahl.

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

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