So optimieren Sie Ihren Lebenslauf

Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse bilden die Basis einer jeden Bewerbung. Personalchefs widmen dem Lebenslauf dabei die meiste Aufmerksamkeit, schließlich finden sich hier die wichtigsten Informationen des Bewerbers übersichtlich aufbereitet. Die Eignung des Kandidaten für die Stelle und der Mehrwert des Unternehmens werden anhand bisheriger Arbeitserfahrung, Studienabschlüssen und Co. dokumentiert. Entsprechend viel Zeit und Aufmerksamkeit sollten Kandidaten dem Verfassen des Lebenslaufs widmen. Durch individuelle Anpassungen und gezieltes Optimieren lassen sich die Jobchancen enorm steigern.

Die Basis: formal korrekte Gestaltung des Lebenslaufs

Optimierungen bringen allerdings keinen Nutzen, wenn nicht bereits bei der grundsätzlichen Ausgestaltung des Lebenslaufs wichtige Grundlagen berücksichtigt werden. Zehn Tipps zur formal korrekten Gestaltung des digitalen Lebenslaufs:

  1. Formatierungen: Große, fette Überschriften helfen grundsätzlich bei der Lesbarkeit und Struktur der Bewerbung. Aber: Weniger ist manchmal mehr. Unterstrichene Wörter und Kursivschrift sind nicht notwendig.
  2. Monate und Jahreszahlen: Allzu gerne versuchen Bewerber, durch Verwendung von bloßen Jahreszahlen ohne Monatsangaben Lücken im Lebenslauf zu vertuschen. Dies fällt jedem Personaler direkt auf. Daher: Immer Monatsangaben verwenden und Lücken gegebenenfalls im Anschreiben erklären!
  3. Design: Beim Design gilt es, dezent Akzente zu setzen. Ein farblicher Rahmen für das Bewerbungsfoto, eine andere Farbe für Überschriften oder eine schöne Kopfzeile helfen dabei, aus der grauen Masse an Bewerbungen herauszustechen. Aber: Übertreiben sollten es Bewerber auf keinen Fall.
  4. Persönliche Daten: Sie sollten so knapp wie möglich gehalten werden. Geburtsdatum und -ort dürfen ruhig in einer Zeile genannt werden, darüber kommt der Name und darunter die Anschrift – ebenfalls in einer Zeile. Eine Nennung des aktuellen Familienstandes ist nicht mehr zeitgemäß.
  5. E-Mail-Adresse: Zusätzlich zur Anschrift sollte sich eine E-Mail-Adresse auf jedem Lebenslauf befinden. Aber: Bewerber sollten möglichst eine Adresse verwenden, die dem Prinzip „nachname@anbieter.de“ folgt. „SüsseMaus90@yahoo.de“ oder andere unseriöse Anschriften haben im Lebenslauf nichts verloren.
  6. Universitäre oder berufliche Ausbildung: Sofern noch kein Abschluss vorhanden ist, geben Bewerber den jeweils angestrebten Abschluss an. Dabei interessiert die HR-Manager insbesondere die Vertiefung des Abschlusses. Denn BWL ist nicht gleich BWL, also unbedingt die Spezialisierungen erwähnen.
  7. Praktische Erfahrungen: Eine bloße Angabe der Position in bisherigen Unternehmen genügt nicht. In wenigen, aber aussagekräftigen Stichpunkten können der genaue Arbeitsbereich und die Aufgaben angegeben werden. So erkennt der Personalchef auf einen Blick, welche Qualifikationen der Bewerber ins neue Unternehmen einbringen kann.
  8. Interessen: Hobbys und Co. sollten nur dann angegeben werden, wenn sie direkt mit der Stelle zu tun haben. Beispielsweise ist es für künftige Lehrer von Vorteil, ihre Tätigkeit als Jugendtrainer der örtlichen Fußballmannschaft anzugeben. Wer sich hingegen in einer Unternehmensberatung bewirbt, sollte eher auf Mitgliedschaften in politischen Parteien oder andere organisatorische Tätigkeiten setzen.
  9. Sonstige Kenntnisse: Ein beliebter Lückenfüller. „Computer-Skills“ wie Excel, Office und Co. sollten nicht einfach aufgelistet werden. Es empfiehlt sich – ähnlich wie bei Sprachen – den tatsächlichen Kenntnisstand mitanzugeben und bestenfalls durch Zertifikate oder Schulungen zu belegen.
  10. Bewerbungsfoto: Personaler schauen sich einen Lebenslauf zunächst nur äußerst kurz an. Als Blickfang dient dabei noch immer ein professionelles und freundliches Bewerbungsfoto in der rechten oberen Ecke des Lebenslaufs.

Strategische Gestaltung des Lebenslaufs

Die genannten Punkte dienen dazu, den Lebenslauf praktisch fehlerfrei und formal korrekt zu gestalten. Allerdings ist damit nur die berühmte Pflicht, nicht aber die Kür „erledigt“. Wer seine Chancen auf den Job steigern möchte, sollte den Lebenslauf strategisch gestalten. Bedeutet:

  • Ausführlicheres Beschreiben ausgewählter Aufgabenbereiche
  • Fachbegriffe verwenden, sofern sie relevant sind
  • Schlag- und Reizwörter aus der Stellenanzeige im Kontext nennen
  • Besonders relevante Stationen (beruflich) optisch hervorheben
  • Optisches Anpassen an das Unternehmen

Der letzte Punkt bezieht sich vor allem auf die farbliche Gestaltung des Lebenslaufs sowie den Einsatz grafischer Elemente und Schriftarten. Bewerber können auf der Website des Konzerns entsprechende Informationen abrufen und für ihren CV verwenden. Diese Anpassungen sollten unbedingt auch auf das Anschreiben übertragen werden, um einheitlich zu bleiben.

Inhaltliche Überarbeitung des Lebenslaufs

Zwar wurden bereits einige inhaltliche Optimierungen des Lebenslaufs angesprochen, das Thema ist aber von so hoher Bedeutung, dass sich Bewerber ausführlicher hiermit beschäftigen sollten. Im ersten Schritt der inhaltlichen Überarbeitung geht es darum, wichtige Fragen zu beantworten:

  • Welche Kompetenzen sind für den Job zwingend erforderlich?
  • Welche Fähigkeiten sind kein Muss, aber dennoch wünschenswert?
  • Verfüge ich über beide angesprochenen Aspekte? Wenn ja, wie kann ich diese durch Beispiele belegen?
  • Was ist mein Alleinstellungsmerkmal für diesen Job?

Wichtig: Bei der Erarbeitung und Darstellung der eigenen Fähigkeiten geht es nicht darum, die eigene Vita komplett umzuschreiben oder gar die chronologische Reihenfolge zu ändern. Diese muss zwingend beibehalten werden. Vielmehr ist es wichtig, gezielt diejenigen Aspekte herauszuarbeiten, die für den Leser der Bewerbung von entscheidender Bedeutung sind. Vor dem Hintergrund, dass Personaler den Lebenslauf zunächst nur einige wenige Minuten oder Sekunden studieren, kann dies aber bereits den Unterschied ausmachen.

Die Kernaussagen des Lebenslaufs – also Kompetenzen, die für die Stelle wichtig sind und Alleinstellungsmerkmale – werden dann durch das Anschreiben sowie beigefügte Zeugnisse unterstützt. Auf den ersten Blick unwichtige Details wie beispielsweise Hobbys oder ehrenamtliche Tätigkeiten spielen durchaus eine wichtige Rolle. Sie runden den Gesamteindruck von Lebenslauf und Bewerbung adäquat ab.

Nicht übertreiben!

Alle genannten Punkte können dabei helfen, die Chance auf eine erfolgreiche Bewerbung zu erhöhen. Jedoch sei Bewerbern dringend davon abgeraten, es mit den Optimierungen zu übertreiben. Denn wie immer gilt, dass weniger manchmal doch mehr ist. Daher seien an dieser Stelle abschließend die größten Fehler im Lebenslauf bzw. bei der Bewerbung im Allgemeinen aufgeführt:

  • Der Bewerber kopiert das Corporate Design vollständig
  • Schlagwörter setzen keine Akzente mehr, sondern werden durchweg verwendet
  • Das Layout wirkt zu aufwändig, so dass die Übersichtlichkeit leidet
  • Einzelne Stationen sind mit zu viel Text beschrieben
  • Anschreiben und Lebenslauf weisen einen Stilbruch auf

Festgehalten werden kann aber durchaus, dass sich eine Anpassung von Lebenslauf und Anschreiben auf die jeweilige Stelle hin lohnt. Zwar entsteht dem Bewerber so ein (deutlicher) Mehraufwand, der sich in der Regel allerdings rentiert. Zumindest für die vom Kandidaten bevorzugten Stellen sollte daher eine solche individuelle Gestaltung erfolgen.

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